Komplexitäts­ökonomik

Die Evolutions- und Komplexitätsökonomik versucht die Kluft zwischen Mikro- und Makroökonomik aufzubrechen. Sie verbindet und synthetisiert unter anderem Ansätze der klassischen politischen Ökonomie, der Innovationsökonomie, der Institutionenökonomie mit Erkenntnissen aus der Evolutionstheorie und der Wissenschaft komplexer adaptiver Systeme. Insofern ist sie explizit an einer transdisziplinären Analyse gesellschaftlicher Transformation interessiert und daher generell sehr gut geeignet für das hier angestrebte Projekt. Im Spezifischen hat sie keine eigene Theorie des Geldes entwickelt, verneint jedoch die Quantitätstheorie des Geldes und bejaht die endogene Theorie der Geldnachfrage. Zentral ist die Endogenisierung von Institutionen, wie z.B. auch der vielseitigen (nicht)kodifizierten Institutionen des Geldes. Die Vergesellschaftung der Institutionen des Geldes (Karl Polanyi) spielt hier eine wichtige Rolle. Diesbezüglich ist die Evolution von Kreditgeld, in Abhängigkeit des kulturellen und technologischen Wandels, als soziales Buchhaltungssystem wahrscheinlich eines der Schlüsselthemen für die zentrale Forschungsfrage des Projektes. Die Erforschung dieser Frage ist unterrepräsentiert und würde daher einen großen Beitrag für die Weiterentwicklung der Disziplin leisten.